Die richtige Fütterung

Dieser Artikel befasst sich grundsätzlich mit der Ernährung unserer Hauskatze. Wie auch beim Menschen trägt die Ernährung bei der Katze maßgeblich zu ihrer Gesundheit bei, daher sollte es uns verantwortungsvollen Tierbesitzern am Herzen liegen, die Haltungs- und Fütterungsbedingungen soweit als möglich zu optimieren.
Um eine Katze artgerecht zu ernähren sind KEINE tiefergehenden Kenntnisse über Mineralstoff- und Vitaminbedarf und auch kein „Kochen für die Katz`“ erforderlich, es gilt einfach ein paar grundregelnde Eckpunkte zu beachten:

1. Die Katze ist ein FLEISCHFRESSER (Carnivore) und ernährt sich beinahe ausschließlich von Fleisch. Sie kann Getreide in ihrem kurzen Darm nicht verdauen. Pflanzenfresser haben einen entsprechend langen Darm, um Getreide und Gräser besser verarbeiten zu können (Pferde,…)

2. Vor der Zeit als domestiziertes Haus- und Hoftier lebte die Katze in der Wüste, weshalb sie Flüssigkeit fast nur mit ihrer Nahrung aufnimmt. Trotzdem sollten der Katze geeignete Trinkmöglichkeiten angeboten werden. Besonders beliebt sind hierbei Trinkbrunnen, die durch das Plätschern die Katze zum Trinken animieren sollen.

Also, was füttern, wenn unsere Katze sich nicht von Mäusen ernähren kann? Es gibt ein schier unendliches Angebot an Katzenfutter im Supermarkt, im Zoofachhandel und im Internet. Alle Preisklassen werden angeboten, Trockenfutter und Nassfutter… Was gilt es zu beachten?

* KEIN TROCKENFUTTER
Trockenfutter besteht zum Großteil meist aus pflanzlichen Erzeugnissen und Getreide. Wie in Punkt 1 schon besprochen sind diese pflanzlichen Nährstoffe für eine Katze wertlos und dienen der Katzenfutterindustrie als billiger Füllstoff. Zudem entzieht Trockenfutter der Katze Wasser, das sie als Wüstentier in der Folge nicht mehr aufnehmen kann. Dies führt im Laufe der Zeit zu Erkrankungen der Niere und der Harnwege. Dies gilt auch für „getreidefreies“ Trockenfutter.

* KEIN ZUCKER im Nassfutter
In minderwertigem Katzenfutter ist oft Zucker enthalten, obwohl Katzen Zucker nichtmal schmecken können! Dieser sollte keinesfalls an eine Katze verfüttert werden. Er führt bei der Katze, ebenso wie beim Menschen, auf die Dauer zu Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes und sogar Nierenleiden. Um Zucker zu enttarnen reicht es aus, die Inhaltsstoffe einer herkömmlichen Dose zu lesen. Steht Zucker drauf, sofort zurück damit ins Regal! ACHTUNG: Zucker versteckt sich auch hinter den Bezeichnungen Glucose, Rübenschnitzel, Rübenmelasse, oder Caramel!

* KEIN GETREIDE im Nassfutter
Getreide dient auch beim Nassfutter als billiger Füllstoff und kann von der Katze nicht verstoffwechselt werden. Getreide kann auch getarnt sein als „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ oä.

* Gute Deklaration!
Eine gute Deklaration der Inhaltsstoffe ist das A & O für jeden geneigten Dosenöffner, nur so kann er erkennen, was er für sein Geld bekommt. Hier ein Beispiel:

Supermarktfutter:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (je nach Varietät u.a. jeweils mind. 4% Truthahn, Huhn, Geflügel, Kaninchen, Rind, Kalb, Wild oder Lamm), Getreide, pflanzliche Eiweißextrakte, Mineralstoffe.

Zwar bedeuted das nicht, dass nur 4% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse drin sind, jedoch weiß man nicht, welche Fleischsorten enthalten sind, und wie das Verhältnis zwischen Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen (Innerein etc.) aussieht.

Empfohlenes Katzenfutter:
Fleisch und Fleischnebenprodukte (50 % Rind, 50% Geflügel, davon 25% Geflügelherzen), Gemüse (ausschließlich Karotten 4%), Mineralstoffe, Taurin. Die Fleisch-Nebenprodukte bestehen aus Herz, Leber, Backenfleisch und Speiseröhrer der aufgeführten Tiere.

Im Vergleich also schön deklariert, was enthalten ist, was nicht! Die 4% Karotten sind ok soweit, da auch eine Maus in ihrem Magen Karotten oder ähnliches haben wird, wenn die Katze sie frisst. bis zu 4% sind als tolerabel und ev. sinnvoll einzustufen. Beide Futtermittel kosten das Gleiche!

Wenn du das beachtest, bist du schon auf der sicheren Seite und nun kommen wir zu:

Die größten Mythen und Irrtümer bei der Katzenernährung!

1. Trockenfutter reinigt die Zähne
FALSCH! Trockenfutter wird meistens gleich am Stück geschluckt und hat KEINEN Reinigungseffekt. Um die Zähne gut in Schuss zu halten wird eine jährliche Zahnkontrolle beim Tierarzt empfohlen und notwendigenfalls eine Sanierung und fütterungstechnisch ROHES FLEISCH bis zu 3x wöchentlich.

2. Rohes Fleisch ist schlecht für die Katze!
FALSCH! Katzen ernährt man am natürlichsten mit rohem Fleisch. Hierzu eignen sich Rind, Lamm, Ente, Truthahn, Hühnchen, etc. Nur Schweinefleisch wird von vielen wegen der sog. aujeszkyschen Krankheit die über Schweinefleisch übertragen wird, gemieden. Österreich gilt aber als ajueszkyfrei!

3. Rohe Knochen können tödlich sein!
FALSCH! GEKOCHTE Knochen (Geflügel) splittern, rohe Knochen aber nicht und sind daher unbedenklich!

4. Babykatzen brauchen spezielles Futter!
FALSCH! In der Natur gibt es ja auch keine Babymäuse! Ab der 12. Woche können kleine Kätzchen genau das gleiche Fressen, wie die Großen, in unbeschränkter Menge, damit sie groß und stark werden.

Alles klar? Image removed.

Hier noch ein Buchtipp zu Thema Katzenernährung:
Schwarzbuch Tierfutter. Katzen würden Mäuse kaufen. Hans-Ulrich Grimm.

Und ein paar ausgewählte Onlineshops:
www.zooplus.de
www.sandras-tieroase.de
www.tanjas-pfotenparadies.at